Club Kieler Spar- und Leihkasse, April 1989
"Zoff"- Szene auf der Bühne
Seit Dezember 1987 wird an dem Textbuch gearbeitet, seit Juli dieses Jahres sind die "Tonsetzer" am Werk, seit Ende August wird geprobt - und Anfang Mai 1988 kommt "Zoff" endlich auf die Bühne. Unter diesem Titel wird das Rock-Musical dann auf dem Knivsberg in Dänemark zum ersten mal aufgeführt, nachdem es dort in einer Probenwoche "montiert" worden ist. So jedenfalls nennt es Gunter Hagelberg, von dem Idee und Text zu diesem Stück stammen.
Der Deutsch- und Sportlehrer am Kronshagener Gymnasium hat auf diesem Gebiet bereits einschlägige Erfahrungen. Zwölf Theaterproduktionen mit den unterschiedlichsten Themen und Darstellungsformen kann er vorweisen. Die letzte war "Deutschland - ein Wintermärchen" und wurde ebenfalls am Kronshagener Gymnasium erarbeitet und aufgeführt.
"Zoff"-Hauptdarsteller Mike (Thorsten Scholz/rechts) langt zu.
Aber "Zoff" sprengt den bisher üblichen Rahmen dieser Theaterarbeit mit Schülern und Studenten erheblich - und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Einmal handelt es sich nach den Worten Hagelhergs um ein schulübergreifendes Projekt mit Darstellern aus allen Bereichen, und zum zweiten kostet die gesamte Produktion rund 20.000 DM. Soviel Geld hat Hagelberg und seinen Mitarbeitern noch nie zur Verfügung gestanden. "Eine enorme Summe für ein Theaterstück, das von Lehrern, Schülern und Studenten in ihrer Freizeit gemacht wird. Dieses Geld wäre ohne Sponsoren allerdings nie zusammengekommen."
Aber für "Zoff" haben sich eben Geldgeber gefunden, nachdem sie sich das Textbuch angesehen, Demo-Kassetten gehört und schließlich Proben besucht hatten. Danach waren sie überzeugt davon, mit ihrer finanziellen Unterstützung eine ebenso ungewöhnliche wie gute Initative zu unterstützen: Die Sponsoren, oder besser Mäzene, das sind in diesem Fall das schleswig-holsteinische Kultusministerium, das Kulturamt der Stadt Kiel, die Gemeinde Kronshagen und die Kieler Spar- und Leihkasse.
Uraufführung des musikalischen Bühnenspektakels ist voraussichtlich Ende Mai im Kieler Schauspielhaus. 60 Darsteller - Schüler, Ehemalige und Lehrer mehrerer Schulen aus Kiel und Kronshagen - wollen "Zoff" so lebensnah wie möglich spielen. Denn Hagelberg, der auch Regie führt, will kein weltfremdes Theater machen. So hat er beispielsweise für diese aufwendige Produktion Tonkassetten an verschiedene Gruppen der "Kieler Szene" geschickt mit der Bitte, sie zu besprechen - und zwar so, "wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Und sie haben alle mitgemacht".
Auf der Grundlage dieses Sprachmaterials ist dann das Textbuch gesehrieben worden. "Ich wollte für dieses Stück die richtige Sprache treffen. Sie soll nicht so sein, wie Lehrer sich vorstellen, daß Jugendliche sprechen." Vertont wurden die Texte von zwei Lehrern - Lothar Köhrsen und Klaus Merdingen - sowie drei Schülern, Thorsten Scholz, Marco Lintz und Jörg Fröhlich. Zu den Mitwirkenden gehören außerdem die Bands "Macht nix" und "Stop & Go" aus Elmschenhagen sowie der Pop- und Gospelchor "Hello Music" aus Kronshagen.
Und das ist die "Zoff"-Story: Ein leistungsorientiertes und relativ problemloses Mädchen verliebt sich in einen Jungen, der eher einer "Gegenwelt" entstammt. Er ist Sänger in einer Rockbard, geht unregelmäßig zur Schule, verliert sich oft im Nebel von Alkohol und Drogen, geht andere oft aggressiv an, ist dabei aber selber nicht glücklich. Die Probleme dieser Partnerschaft, Konflikte mit Eltern, Schule und Freunden stehen im Mittelpunkt der Szenen. Die Höhepunkte der inneren und äußeren Handlung werden in insgesamt 17 Songs artikuliert.
Übrigens verschwindet "Zoff" nacn der Uraufführung natürlich nicht gleich wieder in der Versenkung. Das Musical wird am 5. Juni am Gymnasium in Elmschenhagen und am 7., 8., und 9. Juni im Bürgerhaus Kronshagen zu sehen sein. Außerdem ist eine Aufführung während der Kieler Woche im Musikzelt geplant.
Reischuk
"Zoff" für Kieler Spar- und Leihkasse-Club (KSL-Club)
Eine komplette Vorstellung von "Zoff" im Schauspielhaus ist für den KSL-Club reserviert. Das bedeutet für Mitglieder streßfreien und preisgünstigen Kartenkauf bei den KSL-Club-Betreuern. Da allerdings bei Redaktionsschluß noch nicht feststand, an welchem Tag das sein wird, empfiehlt das KSL-info auf entsprechende Aushänge in den Geschäftsstellen der Sparkasse zu achten.
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