junges theater spectaculum e.V.

Kieler Nachrichten, Dienstag, 19. Juni 1990

Sporttheater: Ideen und Gefühle

Die neue Bewegungskultur stellt den Menschen in den Vordergrund

Eine heue Bewegungskultur entwickelt sich. Sport- bzw. Bewegungstheater standen beim Ellen-Cleve-Kreis im Mittelpunkt einer Gesprächsrunde zwischen Initiatoren dieser neuen Bewegungskultur. Dazu gehören Gunter Hagelberg (Spektakulum), Rainer Pawelke (Traumfabrik) und Harald Michels (Mobile), Vertreter der kulturellen und sportlichen Administration, ohne deren Unterstützung die vorgestellten pädagogisch-sportlichen Projekte nicht existieren könnten, sowie weitere Mitstreiter.

"Ebenso dynamisch wie die Gesellschaft ist auch die Bewegungskultur, die unübersehbar von einer Motivänderung geprägt ist", sagte Prof. Dr. Klaus-Jürgen Gutsche, Moderator der Diskussion. Kreativität, Ästhetik, Spiel, Freude und Kommunikation, auch mit dem Zuschauer, sind wesentliche Komponenten des Sporttheaters. Es versteht sich als Ergänzung zum bestehenden Sportangebot in Schule und Verein, das nicht nach meßbaren Leistungen strebt, sondern Ideen, Gedanken, Gefühle, literarische, auch gesellschaftskritische Themen gestalten und transportieren möchte. Der Mensch, und nicht eine bestimmte Form des Sports oder Theaters, ist dabei in den Vordergrund zu stellen.

Bei Auffassungen über eine mögliche Integration von Sporttheater in Lehrpläne, eine Umsetzung in Sportvereinen oder über eine sinnvolle Präsentation der Arbeitsergebnisse waren unterschiedlich. Dafür gab es allerdings über die Unterstützungswürdigkeit des pädagogischen Grundgedankens von Sporttheater eine einhellige positive Meinung. Der Kieler Verein, Junges Theater "Spektakulum", möchte sein Konzept bis zum April in vorzeigbare Szenen gestaltet haben. (sys)


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