Kieler Express, Mittwoch, 24. April 1991
Neues Stück des Kieler Sporttheaters
Kein Spektakel: "spectaculum"
Sporttheater versteht sich als Präsentation sportlicher Bewegungen und kreativer Ideen. Mit Hilfe von Tanzelementen und Musik werden kleine Geschichten erzählt.
Die Gruppe "spectaculum" aus Kiel hat sich neben dem "Bewegungstheater" in Köln und der "Traumfabrik" in Regensburg dieser noch verhältnismäßig jungen Idee verschrieben.
Jüngstes Projekt der Kieler Truppe ist der Kreislauf der Kontraste, unter Federführung von Gunther Hagelberg ist es die Nachfolge der vielgelobten Inzenierung des Rock-Musicals Zoff.
Auch bei dieser Produktion sorgt die siebenköpfige "Zoff-Band" für deutschsprachige rockorientierte Livemusik. Als Akteure sind über 200 Schüler, Studenten, Lehrer, Lehrlinge und Berufstätige dabei.
Ließ sich feiern: Regisseur Gunther Hagelberg
Sportliche Höchstleistungen spielen keine Rolle. Lichteffekte und der Einsatz von Schwarzlicht unterstützen die Bemühungen.
Am Anfang war das Chaos, Licht fällt in die Dunkelheit, aus den gebückten Sprüngen entwickelt sich der aufrechte Gang, das Zeitalter der persönlichen Entdeckungen bricht an - aber sein plötzliches Ende zeichnet sich schnell ab.
Jede Episode steht für sich, ein thematischer Überbau existiert leider nicht. Auffallend ist das bloße Anreißen der dargestellten Inhalte, die Kontraste sind schwach gezeichnet. Eine stärkere choreographische Linienführung wäre hier wünschenswert. Der Kreislauf der Kontraste routiert in Eckernförde (10. Mai um 20 Uhr, Stadthalle) und in Kiel zum letzten Mal am 17. Mai um 20 Uhr (Opernhaus). (ah)
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