junges theater spectaculum e.V.

Eckernförder Zeitung (KN), Montag, 13. Mai 1991

Masken

Szenenfoto aus dein Stück "Masken".

Fantasievolles Spektakel mit 200 jungen Akteuren

Sport-Theater "spectaculum" mit Live-Musik und viel Schwarzlicht-Effekten in der Stadthalle

ECKERNFÖRDE (gk). 200 Akteure und 20 Szenen - wenn ein solches mit Extremen gepflastertes Programm reibungslos über die Bühne geht, heißt es schon mal "Hut ab". Wenn dazu noch künstlerischer Ausdruck, fantasievolles Arrangement und fetzige Live-Musik geboten werden, kann am Ende nichts anderes als ein Publikumserfolg dabei herausspringen.

Hinter all dem steckt ein Kopf: Gunter Hagelberg. Er hatte die Idee, führte Regie und war der Koordinator hinter den Kulissen. "spectaculum" heißt sein zweiter großer Wurf, der am Freitag abend rund 350 Besucher in der Stadthalle immer wieder in Erstaunen versetzte. Zwei Jahre ist es her, als sein Erstlingswerk, das Rock-Musical "Zoff", das Publikum begeisterte. Jetzt, nach einjähriger Vorbereitungszeit, hat Autor Gunter Hagelberg mit dem jungen Theater "spectaculum" wieder etwas Überdimensionales und Einmaliges arrangiert: Sportstudenten der Kieler Uni, Schüler des Gymnasiums Kronshagen, der Waldorfschule, der Rock 'n' Roll-Tanzclubs des TSV Kronshagen, eine Gruppe des Anja-Rolff-Tanzstudios, das Kieler Institut für Gymnastik und Tanz, Sportgymnastinnen des KTB sowie eine freie Tanz-, Step- und Flamenco-Tanzgruppe waren vereint in einem Ensemble, tanzten und gestalteten unter der Regie von Gunter Hagelberg. Das Mammut-Unternehmen war keineswegs schwerfällig, vielmehr reihten sich die Szenen wie Perlen zu einer Perlenkette aneinander - jede für sich eigenständig, jedoch zu einem Ganzen gehörend.

"Kreislauf der Kontraste" ein Programmtitel, wie er passender nicht hätte sein können. Jede Szene wirkte kontrastreich, entweder durch das Gegenspiel zweier Personen(gruppen) oder schlicht und einfach durch die Gestaltung und optische Aufbereitung. Als sehr effektvoll erwies sich dabei das Spiel mit dem und im Schwarzlicht: Bälle, Keulen, Reifen und Tücher in gleißenden Neonfarben, von schwarz gekleideten und damit für die Zuschauer unsichtbaren Jongleuren durch die Luft geschleudert, ließen vor schwarzem Hintergrund phantastische Welten wie aus dem Nichts entstehen. An Einfallsreichtum herrschte am Freitag abend wahrlich kein Mangel.

Sport, Theater, Tanz und Musik - diese Verbindung hatte es in sich. Nicht nur das breite sportlich-musische Arrangement, auch die unterschiedlichen darstellerischen Schwerpunkte, die von den Akteuren aus den verschiedenen Teilnehmergruppen in die Wagschale geworfen wurden, sorgten für ein sehr abwechslungsreiches Show-Vergnügen. Der Speed wurde immer wieder von der sechsköpfigen "Zoff-Band" ins Spiel gebracht. Kritisch anzumerken bliebe noch, daß einzelne Szenen inhaltlich bisweilen etwas überladen und ernst wirkten und diese "message" beim Publikum nicht so recht auf Resonanz stieß. Alles in allem war es eine "sinnliche" Veranstaltung: Augen, Ohren, Gefühle waren angesprochen, den Auftritt der jungen Akteure aus Kiel und Umgebung entsprechend aufzunehmen. Eine beeindruckende Vielfalt an Ausdrucksmöglichkeiten wurde offenbart, einige sicherlich dazu angetan, im schulischen Sportunterricht und in AGs ihren Niederschlag zu finden.

200 Akteure

Kamen ohne Zugabe nicht davon: die 200 Akteure des Sport-Theaters "spectaculum". Fotos: gk


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