Kieler Nachrichten, Dienstag, 29. März 2005
Zu viel für einen Tag
Neues Rockmusical von Gunter Hagelberg
Preetz - Der Vater hat sich verdünnisiert, die Mutter (Ellen von Westernhagen) ist überlastet, mit dem Stiefvater kommt sie nicht klar. Für Hanne (gespielt von der Preetzer Gymnasiastin Lea Ahrens) läuft es noch dazu schlecht in der Schule, der verschrobene Lehrer (Eberhard Orlich) nervt und von den Mitschülern wird sie verspottet: Ein Tag zu viel eben, in jedem Fall aber zu viel für einen Tag.
Von Jessica Bunjes
"Ein Tag zu viel" heißt daher auch das neue Rockmusical von Gunter Hagelberg, das am 9. Mai in Preetz Premiere feiert. "Ich habe es nach einer wahren Geschichte geschrieben", erzählt der Hobby Autor und Pensionär, der bis zum Februar des vergangenen Jahres am Friedrich-Schiller Gymnasium (FSG) in Preetz unterrichtet hat und seit 30 Jahren Musiktheater "aus dem Leben" inszeniert.
"Das Stück zeigt einen schwierigen Tag im Leben einer ehemaligen Schülerin, vom Aufstehen bis zum Schlafengehen", erklärt der ehemalige Lehrer. Die Höhen und Tiefen von Hannes "normalem" Alltagsstress schildert das Musical in zweieinhalb Stunden. Es wurde, um ihm den letzten Schliff zu geben, wieder wie schon 14 Vorgänger von Lothar Köhrsen vom Gymnasium in Elmschenhagen vertont.
Lea Ahrens und Arne Danklefsen spielen in dem neuen Stück von Gunter Hagelberg "Ein Tag zu viel" die problembeladenen, aber auch komischen Hauptrollen.
Foto J. Bunjes
"Wir betreiben einen großen technischen Aufwand, es gibt Leinwandprojektionen und die Band ist live on stage - eine Rarität auf deutschen Bühnen", schildert Hagelberg seine Inszenierung, die die kleinen und größeren Katastrophen mit der allein erziehenden Mutter, dem Gefühl, hässlich zu sein, sowie die Angst vor der ersten Liebe zum Thema hat. Seit gut einem Jahr probt das Ensemble dafür, dass alles möglichst perfekt wird, und fährt jetzt zu einem Intensivtraining zum Knivsberg in Dänemark.
Hagelberg weiß, warum er diesen Aufwand betreibt. Immerhin bringt der Mann mit dieser musikalischen Satire sein 25. Stück auf die Bühne und hat mit "Zoff" und "Von Luft und Liebe" zwei überregionale Bühnenhits gelandet. An Realität gewinnt auch diese parodistisch überhöhte Inszenierung eines absurden Tages durch die sieben erfahrenen Mimen, die allesamt bereits auf der Bühne standen allerdings nicht alle unter der Regie von Hagelberg. Neben der Preetzer Schülerin Lea Ahrens (18) ist Arne Danklefsen (22), ein Lehramtsstudent und der Haupdarsteller im erfolgreichen Stück "Von Luft und Liebe", in der Hauptrolle zu sehen. Beide sind sich darin einig, dass das "Acting ungeheuer viel Spaß" mache.
"Das Ganze entbehrt nicht einer gewissen Komik", erläutert der Autor, der seit 15 Jahren die semiprofessionelle Kieler Laienspielgruppe "junges theater spectaculum" leitet, sein skurriles und doch realitätsnahes Werk. Unterstützung erfährt der 63-Jährige, in dessen Erinnerung sich der Schulalltag ins liebenswert Lachhafte verklärt, von einem engagierten Team hinter den Kulissen.
"Ein Tag zu viel" richtet sich besonders an die Zwölf- bis 18-Jährigen, aber auch Erwachsene können sich wiederfinden in dem Stoff, der an drei Orten in Szene gesetzt wird: In Preetz vom 9. bis 13. Mai jeweils ab 20 Uhr am FSG; der Vorverkauf läuft ab dem 25. April bei Firma Ettling. Karten gibt es unter Tel. 04342/2526. In Kiel wird es ebenfalls aufgeführt, am 17. Mai, 20 Uhr, im Max. Vorverkauf an den bekannten Stellen in Kiel ab 25. April. In Neumünster ist das Stück am 29. und 31. Mai ab 19 Uhr, zu sehen (Tel. 04321/42940, ab 2.Mai).
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