FRISCH im Netz, Donnerstag, 09. Juni 2005
EIN TAG ZU VIEL - DAS MUSICAL
Nach dem Textbuch und unter der Regie von Gunter Hagelberg entstand das interessante Rockmusical "Ein Tag zu viel", das vom 9. bis zum 13. Mai 2005 in der Aula des FSG Preetz um 20 Uhr aufgeführt wurde. Dabei geht es um ein junges Mädchen namens Hanne, die von der Abiturientin Lea Ahrens gespielt wird. Hanne lebt allein mit ihrer Mutter, die genauso wie ihre Tochter wenig Selbstwertgefühl hat, weil ihr Leben durch eine Scheidung, einen falsch gewählten Beruf und Probleme mit der Tochter unglücklich verläuft. Die Darstellerin Ellen von Westernhagen drückt dieses Unglück in dem Lied "Kein Problem" aus. Durch die Musik von der Gesangslehrerin Kirsten Nordhofen wird die Mutter als leidende und in eine Scheinwelt zurückgezogene Frau dargestellt.
Für Hanne wird von dem Bandleiter Lothar Köhrsen und K. Nordhofen der Song "Ich treibe" mit viel Rock ausgefüllt. Hanne ist zwar genauso unglücklich wie ihre Mutter, sie ist aber eine Jugendliche, die sich nicht mit ihrer Situation und mit ihrem mangelhaften Selbstbewusstsein, das ihr in ihren Träumen erscheint, anfreunden mag. Sie sucht die Auseinandersetzung mit ihrer Mutter, den Lehrern, ihrer Freundin und einem Jungen, in den sie eigentlich verliebt ist, und beschwert sich über deren egoistisches Verhalten in dem Lied "Hör mir zu".
Aber auch die Lehrer - z. B. Eberhard Orlich (in der Rolle eines Mathelehrers) und Wolfgang Blödorn - fühlen sich missverstanden und ungerecht behandelt. Hannes Verhältnis zu ihren Freunden ist nicht unbelastet: Sie fühlen sich verletzt, wenn Hanne sie ungerecht behandelt. Auch sie kennen Gefühle wie mangelnde Liebe und Einsamkeit, aber im Gegensatz zur Protagonistin versuchen sie sie zu unterdrücken. Hannes "guter" Freund, gespielt von Arne Danklefsen, ist in Wirklichkeit genauso schüchtern wie Hanne und traut sich nicht, ihr seine Liebe zu gestehen ... .
Mit tollen Stimmen und sehr guter Musik, die vor allem durch Musiker der Band "Farmers Boots" sowie Arno und Lothar Köhrsen entstanden ist, wird eine tiefsinnige Alltagsgeschichte aus dem Alltags- und Theaterleben verschiedener Charaktere gezeigt - am eindrucksvollsten ist die Protagonistin.
Ergänzt durch die Sprüche eines durchgedrehten Hausmeisters, der von Norbert Holst gespielt wird, einem Lehrer dieser Schule, und coolen Sprüchen des Freundes sowie einigen schauspielerischen Einlagen von Band und Bühnenleuten wurde dieses musikalische Theaterstück zu einem lustig-traurigen Erlebnis, das zum Nachdenken anregte. Man kann sich gut in die Rolle der Hanne hineindenken und nachempfinden, wie es ist, wenn man einen Tag zu viel oder zu viel für einen Tag hat.
Organisiert wurde dieses Rockmusical von dem "jungen theater spectaculum", das vor 15 Jahren von Gunter Hagelberg und Lothar Köhrsen gegründet wurde und mittlerweile über 20 Produktionen herausgebracht hat, wie z.B. "Zoff". Mehr Informationen erhält man unter www.spectaculumev.de. Außerdem kann man dieses Rockmusical noch am 29.05.05 und am 31.05.05 um 19 Uhr im Stadttheater NMS sehen. Also, ran an die Karten!!!
Von Olga Gudi, 12. Jahrgang (09.06.2005 23:29)
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