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Vereins-Jubiläum
Bis zu unserem 25-jährigen Vereins-Jubiläum sind es gerade mal noch
Projekt Beatles 2010
Ein Projekt des 12. und 13. Jahrgangs des Gymnasiums Elmschenhagen Kiel - hier beim Auftritt am 30. März in der Aula der Schule.
Kieler Nachrichten, Sonnabend, 20. Februar 2010
"Spectaculum" feiert heute Jubiläum
Kiel - Müßig, zu fragen, wie es gewesen wäre, wenn Gunter Hagelberg nicht vor 20 Jahren so manch wesensverändernde Erfahrung mit seiner Tochter gemacht hätte. Wohl wäre das Musiktheater-Stück Zoff nie geschrieben und 1989 nicht zu seinem ersten großen Erfolg geworden. Ein Jahr später, am 20. Februar 1990, war der Schönberger Hobby-Autor Gründungsmitglied des Vereins "Junges Theater Spektakulum Tanz-Theater-Sport-Musik e.V.".
"Die Lebenswirklichkeit junger Leute wiedergeben" ist Hagelbergs erklärtes Ziel. Der inzwischen pensionierte Lehrer schreibt seit 1985 eigene Texte und inszeniert. 15 Großprojekten von Zoff (1989) bis Faust (2007) hat er - unentgeltlich - mit Amateur-Darstellern, -Musikern und Sportlern Leben eingehaucht. Dazwischen lagen Stücke wie Mensch, Menschin! (1993), Ben liebt Anna (1994), Brandsatz (1995) oder Von Luft und Liebe (2002). Allein Zoff wurde dreimal inszeniert, 465 Mitwirkende (darunter Schüler, Eltern, Lehrer, Studenten) standen in 190 Aufführungen auf der Bühne, die von insgesamt 74.390 Zuschauern gesehen wurden. 211 Musiktitel schrieben verschiedene Komponisten unter der Leitung des Vereinsvorsitzenden Lothar Köhrsen, vor 40 Jahren Hagelbergs Schüler, heute selbst Lehrer am Gymnasium in Elmschenhagen und seit 35 Jahren Hagelbergs Weggefährte und Projektpartner.
"Spectaculum", wie der Kieler Verein heute heißt, begleitete Theaterprojekte an Schulen in Kiel, Preetz, Neumünster, Neustadt und Flensburg. Der gemeinnützige Kulturverein hat im Moment kein eigenes Projekt in Arbeit. Doch Gunter Hagelberg hat zwei neue Musiktheaterstücke geschrieben: Mozi studiert Köhrsen am Gymnasium Elmschenhagen mit einer Schulklasse ein. Der ganz normale Wahnsinn wird an einem Flensburger Gymnasium inszeniert von Arne Schumacher, einst Schlagzeuger bei Zoff und Hauptdarsteller in Brandsatz.
jem
Probsteier Herold, Dienstag, 2. Februar 2010
TITELSEITE
Gunter Hagelberg feiert 20-jähriges Bühnenjubiläum
Seit 35 Jahren sind Gunter Hagelberg (Foto, links) und Lothar Köhrsen gemeinsam mit unzähligen anderen Mitarbeitern ein Team. Ihr größtes Projekt ist das "junge theater spectaculum", mit dem Hagelberg nun sein 20-jähriges Bühnenjubiläum als Theaterregisseur feiert. Schon 1975 begann er mit der Theaterarbeit. Seit 1985 schreibt und inszeniert er eigene Texte, "um die Lebenswirklichkeit junger Leute wiederzugeben", wie er sagt. Der erste große Erfolg war 1989 das Stück "Zoff", eine Aufbereitung des Lebens seiner Tochter. Mehr über Gunter Hagelbergs Leben für das Theater lesen Sie auf der Seite 7.
Text Heine/Foto hfr
SEITE 7
"Möchte junge Leute an das Theater heranführen." Der Schönberger Regisseur und Autor von Theaterstücken Gunter Hagelberg feiert sein 20. Bühnenjubiläum mit dem "jungen theater spectaculum".
Foto Heine
Theaterregisseur Gunter Hagelberg feiert 20 Jahre "junges theater spectaculum"
Mit "Zoff" fing alles an
Schönberg - Nicht irgendeine kleine Bühne sei das "junge theater spectaculum", jener gemeinnützige Kulturverein, mit dem der Schönberger Theaterregisseur Gunter Hagelberg dieser Tage sein 20-jähriges Bühnenjubiläum feiert. Mit dem Stück "Zoff" hat 1989 alles begonnen, einer ganz persönlichen Aufarbeitung des Lebens seiner Tochter. Seitdem hat Hagelberg mit "spectaculum" 15 Großprojekte produziert und aufgeführt, darunter Klassiker wie der "Faust" und etliche kleinere Theaterstücke für verschiedene Schulen im Land. Auch künftig will Hagelberg mit seinem langjährigen Projektpartner Lothar Köhrsen Theaterprojekte mit Jugendlichen entwickeln und durchführen.
Insgesamt 700 Menschen haben im Laufe der Jahre beim "jungen theater spectaculum" mitgewirkt, darunter Schüler, Eltern, Studenten, Lehrer und Theaterinteressierte. Mit rund 200 Aufführungen hat das Theater seit seinem Bestehen etwa 75.000 Zuschauer erreicht. Zu den von Gunter Hagelberg geschriebenen und inszenierten Stücken haben verschiedene Komponisten unter Leitung von Lothar Köhrsen mehr als 200 Musikstücke geschrieben. Köhrsen war und ist Hagelbergs ständiger Weggefährte in dieser Erfolgsgeschichte, den er vor 40 Jahren als einen seiner Schüler kennenlernte und mit dem er nun schon 35 Jahre lang zusammenarbeitet.
Doch der Erfolg ist Hagelberg nicht das Wichtigste an "spectaculum". Er sitzt auf der Eckbank am Küchentisch, an der Wand hinter ihm hängen dicht an dicht schwarz-weiße Szenenfotos aus der "spectaculum"-Geschichte. "Natürlich, es ist großartig, wenn wir auf großen Bühnen vor ausverkauftem Haus spielen", sagt er. Darunter waren das Kieler Schloss, das Kieler Schauspiel- und Opernhaus und die Berliner Deutschlandhalle. "Faszinierend aber ist es, junge Leute im Theater zu guten Schauspielern heranreifen zu sehen." Prominentes Beispiel ist Wiebke Puls, die vor einigen Jahren zur Schauspielerin des Jahres im deutschsprachigen Raum gekürt wurde. Den Grundstein ihrer Karriere legte sie als 14-Jährige mit der Hauptrolle in "Zoff". "Vier Jahre war sie bei mir", erinnert sich Hagelberg. "Dann besuchte sie die Schauspielschule in Berlin, bekam erste Engagements und gewann als erfolgreiche Schauspielerin schließlich mehrere Preise und Auszeichnungen."
Bei "spectaculum" bekommt niemand eine Gage
Beim "jungen theater spectaculum" allerdings bekommt niemand eine Gage, gleichgültig, ob Produzent, Schauspieler oder Musiker, "spectaculum ist gemeinnützig mit der Aufgabe, Theater für und mit jungen Leuten zu machen." Und für Junggebliebene. Das Konzept ist aufgegangen, meint Hagelberg. "Die Besucher sind zwischen zehn und 80 Jahre alt, unsere Stücke werden von Schulen und Theatergruppen in der ganzen Republik angefordert und nachgespielt."
Gleich am Anfang allerdings gab es auch die Gelegenheit, Geld zu verdienen. "Wir waren damals mit "Zoff" in Bonn und bekamen vom ZDF das Angebot, das Stück fürs Fernsehen zu inszenieren", erinnert sich Hagelberg. Das ZDF habe aber kein eigenes Ensemble stellen, sondern das Stück mit den Kindern inszenieren wollen. "Was Kinder machen, können professionelle Schauspieler nicht", war das Argument. Hagelberg lehnte ab, denn es war kurz vor den Sommerferien. "Das sind Kinder, das geht nicht", meint er auch heute noch entschieden. Er lächelt. "Aus finanzieller Sicht wohl ein Fehler."
Mit Leidenschaft und fast 40 Jahre lang war Hagelberg Lehrer, verrät er. Als eine Aufgabe von Theater sieht er das Erlernen der Fähigkeit, sauber und sensibel mit Sprache zu arbeiten und die Wirkung auf die Zuschauer zu erfahren. "Die Schule leistet das heute nicht mehr", kritisiert Hagelberg. Kultur werde als verzichtbarer Luxus an den Schulen angesehen, die Lehrpläne ließen keinen Raum mehr für Kreativität, kulturelle schulische Initiativen in Musik, Kunst und Theater seien vielerorts Mangelware. "Umso wichtiger ist es, solche Projekte mit einem solidarischen Team von Musikern, Schauspielern Technikern und Organisatoren umzusetzen", ist Hagelberg überzeugt.
Deshalb wollen Gunter Hagelberg und Lothar Köhrsen auch weiterhin Theaterprojekte auf die Bühne bringen. Sie halten Kontakt zu Schulen und unterstützen Theater-AGs. Großprojekte allerdings erarbeitet Hagelberg aus familiären Gründen nicht mehr. Aber er schreibt weiterhin Theaterstücke und unterstützt bei deren Realisierung.
Ob er selbst gern professionell an großen Bühnen gearbeitet hätte? Hagelberg stützt das Kinn in die Hand und schaut nachdenklich aus dem Fenster seiner Küche. "Die Schüler an der Theaterarbeit wachsen und reifen zu sehen, ist großartig", sagt er dann. "Das ist mit keinem Geld und Ruhm an großen Bühnen zu bezahlen."
Mehr Informationen über das "junge Theater spectaculum gibt es im Internet unter www.spectaculumev.de oder in der Kieler Geschäftsstelle im Russeer Weg 107.
Kay-Christian Heine
LUZI im Tonstudio
Im November 2009 war LUZI im Überschall-Tonstudio bei Toningenieur Andreas Linnemann und hat dort ihr erstes Album aufgenommen. Es enthält 6 Songs und trägt den Titel "Gib mir deine Liebe".
MOZI
Mozi - ein Musiktheaterstück von Gunter Hagelberg und Lothar Köhrsen
Mitwirkende und Planung
Dieses Musical wurde für eine Schulkasse geschrieben. Es wird den Deutschunterricht begleitend im Verlauf von zwei Jahren einstudiert. Im ersten Jahr werden mit den Schülern Grundlagen der Körpersprache, des Bewegungstheaters, der Bühnensprache, und der Licht und Tontechnik erarbeitet, um dann im zweiten Jahr mit der Inszenierung beginnen zu können. Alle 26 Kinder der Schulklasse sind einbezogen: Entweder spielen sie eine Rolle, gehören der Projektband an oder kümmern sich um Licht und Ton.
Das von Gunter Hagelberg verfasste Textbuch dient als erste Arbeitsgrundlage, wird aber im Verlauf der Proben verändert werden. Die Lieder und Songs werden von Lothar Köhrsen vertont, der auch die Projektband der Klasse ausbildet und leitet.
Wenn der Bühnentext den einen oder anderen entfernt an die Filme "School of Rock" oder "Die Kinder des Monsieur Mathieu" erinnert, so ist das durchaus nachvollziehbar, wenn auch die Dialoge und Handlungsführung absolut eigenständig sind.
Zum Inhalt
Mozi ist ein Schüler einer 9. Klasse, der wie viele andere seiner Mitschüler klassischen Musikunterricht erhält. Er spielt Klavier, mit Vorliebe Mozart, wird aber ein wenig gemobbt, weil er intensiver als die anderen übt und deshalb kaum an den sonst üblichen Freizeitaktivitäten teilnimmt.
Der Musiklehrer der Klasse erkrankt und wird für eine kurze Phase von einem jungen Mann, Rocki, vertreten, der ein erfahrener Rockmusiker ist, auch Musik studiert hat, aber wenig Neigung für das Lehramt verspürt. Er will eigentlich nur etwas Geld verdienen.
Die erste Begegnung mit der Klasse ist unerfreulich: Die Klasse verweigert die Bereitschaft, sich mit Rockmusik zu beschäftigen, und Rocki demonstriert Gleichgültigkeit, die er aber nicht durchhält. Er bietet einen Nachmittagstermin als Schnupperkurs für seine Musik an und gewinnt die Klasse nach und nach, so am Ende auch Mozi, der dann sogar bereit ist, ein Mozartmotiv zu einem Song zu entwickeln, mit dem die Klasse schließlich erfolgreich an einem Bandwettbewerb teilnimmt.
Die Schulleiterin, die ebenso wie die Eltern zunächst wenig "amused" ist über das, was da an ihrem traditionsbewussten Institut geschieht, muss aber die Leistung Rockis und die positive Entwicklung der Klasse anerkennen. Trotz heimlicher Zuneigung zu Rocki sieht sie aber keine Möglichkeit, ihn weiter an der Schule zu beschäftigen.
Dass in der Rahmenhandlung kleine Liebesgeschichten, Zickereien, Eifersüchteleien und Kontroversen in der Bildungsauffassung eine Rolle spielen, ist eben nicht anders als im wirklichen Leben.
Voraussichtliche Aufführungstermine im Frühjahr 2011.
Der ganz normale Wahnsinn
Gunter Hagelberg hat noch ein zweites neues Theaterstück unter der Mitarbeit von Arne Schumacher geschrieben, dieses Mal ein Jugendtheaterstück für ältere Schüler. Arne Schumacher war viele Jahre der Schlagzeuger der Musicalprojekte des "jungen theaters spectaculum" und spielte in Brandsatz die Hauptrolle. Er leitet inzwischen als Oberstudienrat an einem Flensburger Gymnasium die Theater-AG und wollte nach der erfolgreichen Neuinszenierung von Zoff (Hagelberg 1989) gerne ein neues Stück von seinem ehemaligen Theaterleiter auf die Bühne bringen. Arne gab die Idee vor, ein Theaterstück über die Inszenierung eines Theaterstücks an der Schule zu schreiben. Hagelberg und Schumacher entwickelten gemeinsam den Plot der Handlung. Hagelberg schrieb dann die Szenen und Songs, Schumacher ergänzte das Stück um witzige Ideen und Dialogteile und Formulierungen. Jetzt liegt es in einer ersten Arbeitsfassung vor und soll dann von Arne Schumacher 2010 an seiner Schule unter dem Arbeitstitel "Der ganz normale Wahnsinn" mit Oberstufenschülern auf die Bühne gebracht werden.
Zum Inhalt
In dem Stück möchte ein Lehrer, der an einer Kurzausbildung im Fach 'Darstellendes Spiel' teilgenommen hat und dort ein Fan des Regietheaters wurde, Schillers Räuber inszenieren. Er findet nach einem ziemlich abstrusen Casting keine geeigneten männlichen Darsteller für die Rollen des Karl und Franz Moor. Kurzerhand entschließt er sich, zwei Mädchen dafür einzusetzen, ohne zu dem Zeitpunkt zu wissen, dass es sich dabei um zwei verfeindete Schwestern handelt; die eine ist sehr erfolgreich, sieht gut aus, die andere, jüngere, ist eher unscheinbar, antriebsarm und fühlt sich benachteiligt.
Diese Tatsache und die noch völlig unerfahrenen und chaotischen Darsteller machen die Inszenierung schwierig. Dazu kommen die üblichen Vorbehalte der Kollegen gegenüber dem Theaterfuzzi und schließlich noch die Unterstellung, er entwickle eine zu intensive Beziehung zu einer der Schwestern. Dennoch: Die Inszenierung gelingt, die Schule, die vorher eher von den Störungen des Unterrichts durch Theaterproben genervt war, zeigt sich stolz und zufrieden. Der Lehrer-Regisseur allerdings verlässt die Schule, warum auch immer.
Situationskomik, bissige Seitenhiebe auf den Bildungsbetrieb Schule, kleine Intrigen und eifersüchtiges Liebesgeplänkel, Geschwisterneid und satirische Spitzen gegen Regie- und Schultheater sind den Erfahrungen der Lehrerautoren mit dem ganz normalen Wahnsinn des Alltags entnommen.
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