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Der "Kieler Weg"

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Theater mit Schülern

Wenn man sich darauf verständigen kann, daß traditionelles Schultheater in aller Regel daran geknüpft ist, daß Jugendliche in Erwachsenenrollen schlüpfen, fertige Textbücher "nur" noch auswendig gelernt werden, Bewegungen, Sprechleistungen, inszenarische Ideen die Schüler überfordern und deshalb einen erfahrenen Spielleiter nötig machen, ergeben sich schon wie von selbst neue Kategorien für ein Theater mit Schülern / Schülerinnen, das stärker darauf angelegt ist, eigene Erfahrungen, Bedürfnisse, Sprech- und Bewegungsformen der Spieler einzubeziehen:

  • Die Spieler erfahren auf Proben die spezifischen Eigenschaften ihrer Stimme, ihrer Sprache, ihrer Bewegungen,
  • sie erfahren die Hemmungen und Möglichkeiten deren Überwindung im Spiel,
  • sie entwickeln zusammen mit dem Spielleiter ein "neues Alphabet" der Ausdrucksmöglichkeiten für Stimmungen, Situationen, Handlungen,
  • sie entwickeln gemeinsam thematische und inhaltliche Vorstellungen über Spielszenen und dann möglicherweise über einen Handlungszusammenhang, der ihrer Erfahrungswelt entstammt, mit einer bestimmten schulischen oder außerschulischen Situation in Verbindung steht, Probleme ihrer Umgebung thematisiert oder sich auch völlig von der konkreten Wirklichkeit löst, um vielleicht "nur" Empfindungen, Gefühle oder menschliche Grundsituationen über Stimme, Körpersprache, Bewegung, Musik etc. zu vermitteln.

Ein so verstandenes Theater mit Schülern soll nicht die traditionelle Form ersetzen, wohl aber ergänzen; seine Qualitäten liegen eher im Prozeß als im Ziel, eher im Spiel als in der "Arbeit", eher in der Selbsterfahrung und Selbstdarstellung der Jugendlichen als in dem Nachspielen der Erwachsenenwelt.

Klogespräche mit kalten Ohren

Die Wege zu solcher Form sind vielfältig: Texte werden dramatisiert, Bilder werden durch Körpersprache entwickelt und dargestellt, Spielszenen werden selbst geschrieben, die unterschiedlichen Voraussetzungen der Spieler (besondere Bewegungseigenschaften, Körperformen, Stimmveranlagungen, Gesichtsausdrücke, Temperamente, Hemmungen, musische Veranlagungen) werden als "Steinbruch" benutzt, aus dem ein neues Gebäude entsteht etc. ...
(Gunter Hagelberg)

Sport-Theater

Sporttheater ist die Präsentation sportlicher Bewegungen mit den technischen und wirkungsästhetischen Mitteln des Theaters.
Die sportlichen Bewegungen können dabei dem "know how" traditioneller Sportarten entstammen, werden aber in einen neuen Zusammenhang gestellt, in dem es darum geht, im Sinne des Theaters Gefühle, Alltagserfahrungen, menschliche Grundsituationen und Ideen darzustellen.

Tänzerinnen und Statue

In der Bundesrepublik gibt es bisher drei Ansätze zu dieser neuen Ausdrucksform: Das Bewegungstheater "Mobile" in Kön, die "Traumfabrik" in Regensburg und das "junge theater spectaculum" in Kiel.
"Mobile" ist eine professionell arbeitende Truppe, die sich aus dem Zweig Tanz / Musik der Kölner Sporthochschule entwickelt hat. Mit den Mitteln des Tanzes, der Pantomime oder Körpersprache erzählen sie kleine originelle und witzige Geschichten.
"Mobile" half aber auch in Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium und dem Landessportverband Nordrhein-Westfalen im Rahmen des "Aktionsprogramms Breitensport", ihre Ideen in einem Projekt "Sporttheater im Verein" durchzuführen.

Die Regensburger "Traumfabrik" geht von einem etwas anderen Ansatz aus als "Mobile": Im Mittelpunkt der Arbeit steht hier nicht die bewegungstechnische Perfektion, der Zuschauer soll vielmehr mit den Mitteln wie Masken, Tüchern, Fallschirmen, Schwarzlicht, Objekten, Schattenspielen in eine Traum- und Phantasiewelt entführt werden, ohne dabei eine konkrete gestalterische Idee zu verfolgen. Relativ einfache Bewegungsformen sollen allen interessierten Aktiven die Teilnahme ermöglichen.
Der "Kieler Weg" des "jungen theaters spectaculum" wurde vom Autor und Regisseur Gunter Hagelberg entwickelt; "spectaculum" will mit tradierten sportlichen Bewegungen (Turnen, Gymnastik, Tanz, Rollschuh, Akrobatik, Jonglage, Rhönrad, Steppen, Folklore, Basketball ...) im Sinne des Tanztheaters kleine Geschichten erzählen, Alltagserfahrungen und menschliche Grundsituationen darstellen; es geht also nicht darum, die einzelnen Sportarten in ihrer bisher bekannten Form zu präsentieren, sondern darum, die spezifischen bewegungstechnischen Fertigkeiten als Ausdrucksmittel für eine theatralische Szene zu benutzen; dabei können geübte und ungeübte Kinder gleichermaßen kreativ mitarbeiten, solange eine adäquate Bewegungs- und Darstellungsform gewählt wird.

Rock 'n' Roll

Langfristig möchte "spectaculum" das Sportverständnis in Schule und Verein erweitern, den zu stark an Regeln und Wettkämpfen orientierten Sport ergänzen um die Idee des Kreativen, Theatralischen und der ästhetischen Präsentation - auch auf Festen und Theaterabenden. Der Schulsport soll nicht ersetzt, sondern bereichert werden.
Das "junge theater spectaculum" will in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur S-H, dem Landesinstitut S-H für Praxis und Theorie der Schule(IPTS), dem Institut für Sport und Sportwissenschaften der CAU zu Kiel und dem Landessportverband S-H darauf hinwirken, daß ein langfristig angelegtes Aus- und Fortbildungskonzept entwickelt wird, das Sportlehrern / innen, Übungsleitern / innen, Leitern / innen von Theater-AG's etc. modellhaft Inhalte, Methoden und Vermittlungstechniken an die Hand gibt, mit denen sie das Schul- und Vereinsleben bereichern und auch nicht für den Leistungssport geeignete Menschen neue Impulse geben können.
(Gunter Hagelberg)

Den guten Absichten folgen tatsächlich hin und wieder auch Taten. So wurden im Auftrag des IPTS, und zwar unter der Leitung von Gunter Hagelberg, zwei mehrtägige Lehrerfortbildungen zum Thema "Bewegungstheater" durchgeführt. Die 1. Veranstaltung liegt schon etwas weiter zurück und fand in der Zeit vom 21. bis 23. November 1990 statt. Die 2. Veranstaltung erfolgte in der Zeit vom 21. bis 24. Mai 2002.


 

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